Neovespicula depressifrons
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- Erstellt am Dienstag, 27. Dezember 2011 13:43
Neovespicula depressifrons (Richardson, 1848), Leaf goblinfish
Seit kurzem halte ich wieder Neovespicula depressifrons, nachdem ich mich zwischenzeitlich von einer Gruppe getrennt habe. Diese Tiere haben es mir nachhaltig angetan und möchte das mal zum Anlass nehmen, hier wieder etwas mehr zusammenzutragen.

Abbildung aus der Erstbeschreibung durch Richardson. Damals noch als "Apistes depressifrons".[1]
Es handelt sich bei Neovespicula depressifrons um einen Stirnflosser (Tetrarogidae), die zu den Drachenkopfartigen (Scorpaeniformes) gehören. Die meisten Verwandten sind diese Tiere ebenfalls giftig. Mit den Strahlen der Dorsale (und nach manchen Quellen auch Pektorale [2]) können sie schmerzhaft zustechen.

Im Gegensatz zu ihren meisten Verwandten, hält sich Neovespicula depressifrons nicht nur im Seewasser auf. Sie leben recht bodengebunden. Insbesondere bei etwas Strömung betrachtet, liegt die Vermutung nah, dass ihr Äußeres und ihre Bewegung Blatt-Mimikry sind.
In der Literatur wird ein Verbreitungsgebiet quer über die Indonesischen Inseln bis Papua-Neu-Guinea und den Philippinen angegeben … "In sea and brackish water." [4]
Neovespicula depressifrons werden bis zu 10 cm groß. [4] Im Handel habe ich bisher immer nur Jungtiere gesehen und allzu schnell wachsen sie nicht.
Die Tiere sind grundsätzlich Lauerjäger - und nach meinem Eindruck auch recht geduldige wenn ausgewachsen. Während die Jungtiere noch etwas quirliger und neugieriger wirken. Ich konnte beobachten, dass sich ältere Tiere dazu im Sand eingraben. Bei meiner jetzigen Gruppe konnte ich das noch nicht beobachten. Aber die Tiere sind noch nicht ausgewachsen.
Ich halte 8 Tiere in einem flachen 120cm-Becken. Es wird als Brackwasserbecken gefahren. Ich verwende typischerweise günstigeres Salz aus der Meerwasseraquaristik und lasse die Salinität bisher irgendwo bei 1.005~1.015 schwanken und plane langfristig das Becken noch stärker aufzusalzen. In der Literatur und verschiedenen Internetseiten ließt man immer die Empfehlung 10g/l. Jedoch ist die einzige mir bekannte Quelle, die dies begründet, der DATZ Artikel aus 2004 von Horsthemke. Der Autor gibt an, die Tiere bei unterschiedlichen Salinitäten bis 10g/l gehalten zu haben, und hatte bei den Exemplaren in salzigerem Wasser weit besseres Wachstum beobachtet. [3]
Eingerichtet ist das Becken mit dunklem Sand. Ich bilde mir ein, dass sie darauf etwas ruhiger sind. Deckung ist in Forum von Moorkienhölzern sowie Steinen vorhanden und wird gut angenommen. Ich habe noch vereinzelte Javafarne auf den Holzstücken belassen. Aber aber eigentlich ist das Becken unbepflanzt. Ich wechsel wöchentlich ~50% Wasser.
Gefüttert wird bei mir in erster Linie mit Mysis, Weißen Mückenlarven, Artemia und Gammarus. Futter für N. depressifrons muss sich eigentlich bewegen und am besten auch schwimmen. Vom Boden Futter aufzusammeln fällt den Tieren anatomisch bedingt schwerer und im allgemeinen sitzen sie eher auf dem Grund und lauern, dass etwas in Reichweite vorbeischwimmt. Zwar gibt es Berichte von Haltern, die ihre einigermaßen Tiere an Frostfutter gewöhnt haben. Aber ich habe es nicht hinbekommen.
Zur Fortpflanzung der Tiere ist wenig bekannt. Horsthemke beschreibt knapp über 1 mm große Eier, die vermutlich einfach ins freie Wasser abgegeben werden, und es erscheint naheliegend, dass die Larven planktonisch aufwachsen. [3]
[1] The zoology of the voyage of H. M. S. Samarang: Fishes / by John Richardson, Band 1
http://books.google.de/books?id=JblLAAAAYAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
http://books.google.de/books?id=swLQgbPDJHcC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
[2] "Butterfly-goby Waspfish". Neale Monks
[3] Horsthemke, H. (2004): Vier wenig bekannte Brackwasserfische - Teil 1. Tetrarogidae & Apogonidae. DATZ 57 (7): 66–72.
[4] The Fishes of the Indo-australian Arcehipelago Xi
http://books.google.de/books?id=XI8eAAAAIAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

