Bauanleitung Fotoküvette
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- Erstellt am Freitag, 05. August 2011 23:00

Eine kleine, nervige Angelegenheit beim Fotografieren von kleinen Larven etc. war für mich immer, dass fast alle Behälter die ich hatte an einer ähnlichen Kinderkrankheit leiden - die Seitenflächen sind nicht bis auf den Boden plan und sauber. Aber die meisten Kleinst-Motive wie Fischlarven, Futtertiere und Fischlaich liegen halt auf dem Boden.
Die meisten Behälter aus Flachglas hatten eben die Silikonnaht am Boden. Ich hatte auch mal meinen Aquarienbauer drauf angesetzt, mir einen kleien Behälter zu kleben, der nur auf Stoß verklebt war. Aber auch da war auf dem letzten Millimeter dann doch noch etwas Silikon im Weg. Behälter die aus einem Teil gefertigt sind haben immer am Boden eine Art Rundung. Kunststoffteile werden da z.B. im Spritzguß hergestellt und brauchen diese Radien, um Entformung aus der Metallform zu gewährleisten (100% gerade Innenwände sind da auch schwierig). Wenn solche Gefäße spanend hergestellt werden, bleibt auch immer beim ausgefräsen ein Radius zurück.
Zuerst habe ich mir immer damit beholfen, entweder leicht schräg in den Behälter zu fotografieren. Bei Aufnahmen z.B. mit 1:1 Abbildungsmaßstab ist das wenig problematisch. Bei stärkeren Vergrößerung hat das aber unangenehme Nebeneffekte. Einerseits muß man natürlich den Winkel steigern, da das Hinterniss relativ zum Objekt größer ist und man gleichzeitig nah heranwill bzw. durch wenig Wasser fotografieren will. Igendwann bin ich dann dazu übergegangen, einfach einen Objektträger meines Mikroskop auf den Boden der Küvette zu legen. Fototechnisch gut - leider in der Praxis beim Hantieren mit dem Objekt sehr nervig.
Also habe ich die Tage noch mal getüftelt. Die Lösung war naheliegend. Flachglass und so verkleben, dass die Nähte nicht im Innenraum sind. Wenn das mit Stoßnähten nicht klappt, müssen es halt Kehlnähte "von aussen" sein:
Ausgangspunkt - Bilderrahmen aus dem Baumarkt für kleines Geld. Für 50cent bekommt man sogar was mit entspiegeltem Glas (keine Ahnung, ob es hilft - muss ich noch testen). Ich habe für die Front- und Rückscheibe je 60 x 70 mm zugeschnitten. Die Seiten und der Boden werden aus 50 x 20 mm Stücken gebildet. Damit ist der Innenraum kleiner, als das Abmaß der Frontscheibe. Dadurch und indem man die Bodenscheiben zwischen den anderen beiden Seitenscheiben etwas höher setzt, die Nähte können außen angebracht werden und komplett als Kehlnähte ausgeführt werden.
Übersicht:
Beispiel für den Zuschnitt bei einem kleinen Standard-Bilderrahmen (21 x 29,7 cm):
Zwar sind beim Zusammenbau alle Fugen gut erreichbar. Aber das Kleben war trotzdem nicht ganz einfach aufgrund des geringen Gewichts und der kleinen Abmessungen der Teile. Ich habe schnell germerkt, dass man dass ganze möglichst komplett fixieren muss, damit man damit arbeiten kann, ohne direkt alles wieder zu verschieben.

Um die Seitenteile zu positionieren, habe ich Nuten in einen Hartschaumklotz geschnitten. Darauf lege ich dann die erste Frontscheibe und das ganze wird mit einer Klemme zusammengepresst. Die Klemme wird so fixiert, dass man guten Zugang zu dem Teil hat und man klebt die Fuge zwischen der Frontscheibe und den drei Seitenteilen - komplett umlaufend. Das Silikon lasse ich dann ein Wenig anziehen, anschließend wird der Schaumklotz abgenommen und die Rückscheibe draufgelegt. Dann wird das ganze wieder geklemmt und man kann die restlichen Nähte setzen - wieder komplett aussen auf der Rückscheibe zu den drei Seitenteilen + der Boden zu den vier benachbarten Teilen.



Fertig.

Ja - natürlich sehen die Nähte kacke aus ... ist halt wahnsinnig klein alles. Nein, ich ziehe die Fugen nicht ab. Das habe ich bei meinen ersten Versuchen mal probiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich damit mehr kaputt mache... und es im Endeffekt keinen praktischen nutzen verspricht. Wer es trozdem was schöner mag und ne Nummer geschickter ist als ich, dem seien alte Sim-Karten ans Herz gelegt. Praktisch von der Größe, um da zwischen die Scheiben zu kommen und die "Ecke" hat genau die richtige Größe:

Ansonsten ... zuerst hab ich mit Aquariensilikon aus der Tube hantiert. Damit ziehlt man besser, aber man verreißt sobald man Druck aufbringt. Ich habe mal 10€ in eine Kartuschenspritze investiert, mit der man etwas besser Dosieren kann. Auch blöd, weil riesengroß - aber in meinen Augen der beste Kompromiss.


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